Umweltfreundlich putzen mit Kindern: Auf diese Inhaltsstoffe achten Eltern

Haushalt & Reinigung
April 28, 2025

Umweltfreundlich putzen mit Kindern: Auf diese Inhaltsstoffe achten viele Familien heute bewusster

Wer Kinder hat, denkt beim Einkaufen oft an gesunde Ernährung, Möbel ohne Ecken und Kanten oder Pflegeprodukte und Windeln mit möglichst wenigen bedenklichen Inhaltsstoffen.

Weniger Aufmerksamkeit bekommen in diesem Kontext dagegen aktuell die Reinigungsmittel, die täglich in Küchen, Badezimmern oder auf Fußböden verwendet werden. Gerade dort kommen Kinder jedoch besonders intensiv mit Oberflächen in Kontakt. Sei es beim Krabbeln, Spielen oder Essen.

Deshalb entscheiden sich immer mehr Familien bewusst für mildere oder umweltfreundlichere Alternativen.

Welche Inhaltsstoffe in Putzmitteln stehen also unter besonderer Beobachtung?

Viele Haushaltsreiniger gelten grundsätzlich als sicher, wenn sie gemäß den Anwendungshinweisen verwendet werden. Gleichzeitig werden einige Inhaltsstoffe seit Jahren hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen auf Gesundheit oder Umwelt diskutiert und wissenschaftlich untersucht. Diese Diskussion wird von verschiedenen Akteuren geführt – darunter Forschungseinrichtungen, Behörden, Umwelt- und Verbraucherorganisationen, aber auch Herstellern selbst.

Gleichzeitig entwickeln viele Hersteller ihre Rezepturen kontinuierlich weiter und bringen zunehmend Produkte auf den Markt, die auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten oder alternative Lösungen nutzen.

Die folgende Übersicht zeigt einige Stoffe, die regelmäßig im Zusammenhang mit möglichen Auswirkungen auf Gesundheit, Gewässer oder Ökosysteme diskutiert werden und auf die viele Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Auswahl von Reinigungsmitteln heute bewusst achten.

1. Triclosan: Einsatz in antibakteriellen Produkten

Triclosan wurde lange Zeit in antibakteriellen Produkten eingesetzt. Darunter fallen Seifen, desinfizierende Reinigungsmittel und Körperpflegeprodukte.

Fachleute äußern seit Jahren die Sorge, dass ein häufiger Einsatz antibakterieller Stoffe die Entwicklung resistenter Keime fördern könnte. Das bedeutet, dass bestimmte Bakterien weniger empfindlich auf diese Stoffe reagieren. Vereinfacht gesagt: Werden Bakterien immer wieder denselben antibakteriellen Wirkstoffen ausgesetzt, können sich mit der Zeit diejenigen durchsetzen, die dagegen widerstandsfähiger sind. Dies wird als Resistenzbildung bezeichnet.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, Desinfektionsmittel im privaten Haushalt – wie z.B. Triclosan – nur dort einzusetzen, wo sie tatsächlich notwendig sind. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine ansteckende Person im Haushalt lebt, bestimmte Krankheitserreger bekämpft werden sollen oder Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko geschützt werden müssen.

Typische Hinweise auf Verpackungen, die auf diesen Inhaltsstoff hinweisen:

  • Antibakteriell
  • Antibakterielle Reinigung
  • Keimhemmend

2. Synthetische Duftstoffe für den angenehmen Duft

Viele Menschen verbinden Sauberkeit automatisch mit intensivem Duft und bestimmten Gerüchen wie "Blüten", "Zitrus" oder "Frische". Tatsächlich verbergen sich hinter Begriffen wie „Parfum“ oder „Fragrance“ jedoch oft komplexe Duftstoffmischungen.

Einige enthalten sogenannte Phthalate, die in wissenschaftlichen Untersuchungen als mögliche "hormonell wirksame Stoffe" diskutiert werden. Das bedeutet, dass sie körpereigene Hormone nachahmen oder deren Wirkung beeinflussen könnten.

Wer empfindlich auf Düfte reagiert oder kleine Kinder im Haushalt hat, greift häufig alternativ zu parfumfreien Produkten oder Reinigungsmitteln ohne künstliche Duftstoffe. Solche Produkte sind oft mit Hinweisen wie „parfumfrei“, „ohne Duftstoffe“, „duftstofffrei“ oder „für empfindliche Haut geeignet“ gekennzeichnet. Ein Blick auf die Verpackung oder die Inhaltsstoffliste kann hier hilfreich sein. In der Regel ist auf der Verpackung ausgewiesen, ob ein Produkt frei von Duftstoffen ist oder ausschließlich natürliche Duftstoffe verwendet.

3. Ammoniak: Einsatz in Glas- und Badreinigern

Ammoniak wirkt fettlösend und hilft dabei, Schmutz, Fingerabdrücke oder Seifenreste von Oberflächen zu entfernen. Besonders bei Glasreinigern wird Ammoniak geschätzt, weil er schnell verdunstet und streifenfreie Ergebnisse ermöglichen kann.

Gleichzeitig kann Ammoniak Augen, Haut und Atemwege reizen. Besonders in schlecht gelüfteten Räumen werden die Dämpfe von vielen Menschen als unangenehm empfunden.

Für viele Reinigungsaufgaben sind ammoniakhaltige Produkte heute nicht zwingend notwendig. Fenster lassen sich tatsächlich bereits mit Wasser und einem Mikrofasertuch weitgehend streifenfrei reinigen. Gegen Kalk im Badezimmer greifen viele Haushalte stattdessen zu Zitronensäure oder anderen kalklösenden Reinigern ohne Ammoniak.

Wer umweltfreundlicher putzen möchte, findet inzwischen zudem zahlreiche Glas- und Badreiniger auf Basis milderer Inhaltsstoffe. Dazu zählen:

  • Tenside (waschaktive Substanzen), die Fett und Schmutz lösen
  • Alkohole wie Ethanol oder Isopropanol, die schnell verdunsten und streifenfreie Oberflächen ermöglichen
  • Zitronensäure gegen Kalkablagerungen
  • Milchsäure gegen Kalk und Seifenreste
  • Essigsäure (z. B. in Essigreinigern) gegen Kalk

4. Chlor fürs WC, die Schimmelentfernung oder als Bleichmittel

Chlor kann Bakterien, Viren und Schimmel sehr wirksam bekämpfen. Der Wirkstoff wird deshalb – neben WC-Reinigern, Schimmelentfernern und Bleichmitteln – beispielsweise auch in bestimmten Bereichen des Gesundheitswesens oder zur Wasseraufbereitung eingesetzt.

Im Haushalt sollte Chlor jedoch mit Vorsicht verwendet werden. Chlorhaltige Reiniger dürfen insbesondere nicht mit säurehaltigen Produkten wie manchen WC-Reinigern oder Entkalkern gemischt werden, da dabei reizende oder gesundheitsschädliche Gase entstehen können. Auch die direkte Kombination mit ammoniakhaltigen Reinigern ist aus diesem Grund problematisch.

Für die regelmäßige Unterhaltsreinigung von Küche, Bad oder Böden sind chlorhaltige Produkte häufig gar nicht notwendig. Stattdessen reichen in vielen Fällen Allzweckreiniger, Badreiniger auf Basis von Zitronen- oder Milchsäure sowie geeignete Reinigungsmittel mit Tensiden aus, um Schmutz, Fett, Kalk und Seifenreste zu entfernen.

Wenn chlorhaltige Produkte bei hartnäckigem Schimmelbefall, Verfärbungen oder bestimmten Desinfektionsaufgaben zum Einsatz kommen, sollten stets die Anwendungshinweise auf der Verpackung beachtet werden.

5. Phosphate für eine bessere Reinigungsleistung mit weichem Wasser

Phosphate wurden über viele Jahre in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt, weil sie die Reinigungsleistung verbessern und Wasser enthärten können. Für Menschen gelten Phosphate in den Mengen, die über übliche Haushaltsreiniger verwendet werden, grundsätzlich als vergleichsweise unproblematisch.

Kritisiert werden sie vor allem wegen ihrer Auswirkungen auf Gewässer. Gelangen größere Mengen über das Abwasser in Flüsse oder Seen, können sie dort das Wachstum von Algen fördern. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer Überdüngung von Gewässern. Diese kann dazu führen, dass sich das ökologische Gleichgewicht verändert und anderen Pflanzen und Tieren weniger Sauerstoff zur Verfügung steht.

Gerade Familien, die bei Alltagsentscheidungen auf Nachhaltigkeit achten möchten, werfen deshalb häufig auch einen Blick auf die Umweltverträglichkeit ihrer Reinigungsmittel.

In vielen Waschmitteln wurden Phosphate inzwischen durch andere Wasserenthärter ersetzt, beispielsweise Zeolithe oder Citrate. Diese Stoffe helfen ebenfalls dabei, Kalk im Wasser zu binden und die Reinigungsleistung zu verbessern. Zudem sind phosphathaltige Waschmittel für Privathaushalte in der Europäischen Union heute bereits stark eingeschränkt oder verboten. Wer umweltfreundlicher putzen möchte, findet deshalb mittlerweile zahlreiche phosphatfreie Alternativen im Handel.

6. Parabene zur besseren Haltbarkeit

Parabene sind Konservierungsstoffe. Sie werden eingesetzt, damit Produkte auch nach dem Öffnen über längere Zeit haltbar bleiben und sich keine Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze darin vermehren können. Besonders häufig kommen Parabene in Kosmetik- und Pflegeprodukten vor. In klassischen Haushaltsreinigern sind sie heute deutlich seltener anzutreffen, können aber vereinzelt in flüssigen Reinigungsprodukten oder Feuchttüchern enthalten sein.

Einige Forschende untersuchen seit Jahren, ob bestimmte Parabene hormonähnliche Wirkungen haben könnten. Das bedeutet, dass sie – wie auch die Duftstoffe – möglicherweise körpereigene Hormonsysteme beeinflussen können. Die wissenschaftliche Bewertung ist jedoch komplex und hängt unter anderem von der jeweiligen Paraben-Art sowie der aufgenommenen Menge ab.

Gerade Eltern achten deshalb häufig auf Produkte mit möglichst wenigen Duft-, Farb- und eben auch Konservierungsstoffen.

Wer auf Parabene verzichten möchte, findet inzwischen zahlreiche entsprechend gekennzeichnete Produkte im Handel. Denn viele Hersteller setzen heute auf andere Konservierungssysteme oder entwickeln Produkte mit geringerem Wasseranteil, in denen sich Mikroorganismen schlechter vermehren können. Dadurch lässt sich der Einsatz bestimmter Konservierungsstoffe teilweise reduzieren oder ganz vermeiden.

Weniger Chemie = weniger Stress?

Für Familien bedeutet umweltfreundliches Putzen nicht zwangsläufig, auf wirksame Reinigung zu verzichten. Oft reicht es bereits, Produkte bewusst auszuwählen, unnötige Duft- oder Zusatzstoffe zu vermeiden und Reinigungsmittel nur dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

Allerdings zeigt das, dass es beim Thema Reinigung längst nicht nur um Sauberkeit geht: Gleichzeitig kostet es Zeit und Energie, sich mit Gesundheits-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen rund um den eigenen Haushalt auseinanderzusetzen. Außerdem stellt sich immer die Frage, wie sich Haushalt, Beruf und Familienleben überhaupt miteinander vereinbaren lassen.

Neben der eigentlichen Reinigung entsteht also oft zusätzlicher Mental Load:

Welche Produkte kaufen wir? Was ist umweltfreundlich? Was ist für Kinder geeignet? Wann schaffen wir überhaupt den Haushalt?

Wer sich im Alltag Unterstützung durch eine Haushaltshilfe holt, muss dabei übrigens nicht auf die eigenen Präferenzen verzichten. Viele Familien haben klare Vorstellungen davon, welche Reinigungsmittel sie verwenden möchten – sei es aus gesundheitlichen, ökologischen oder praktischen Gründen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die Haushaltshilfen auf unserer Plattform nach diesen Wünschen richten: Meist nutzen sie die vom Haushalt bereitgestellten Produkte.

Gleichzeitig bringen viele erfahrene Haushaltshilfen wertvolle Praxiserfahrung mit und können auf Wunsch Hinweise zu bewährten Reinigungsmethoden oder geeigneten Produkten geben.

Bei der Helferei finden Familien, Berufstätige sowie Seniorinnen und Senioren legale Haushaltshilfen auf Rechnung. Flexibel buchbar und abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Haushalts.

Quellen & Hinweise: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine chemische, medizinische oder toxikologische Beratung. Die genannten Stoffe werden in wissenschaftlichen Studien und von Behörden unterschiedlich bewertet. Vor einer Veröffentlichung empfiehlt sich eine fachliche Prüfung durch eine Chemikerin oder Expertin für Verbraucher- und Umweltgesundheit.

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